Sommerserie 2014 – Weltreise

Mit Maria, Josef und Esel vom Libanon nach Bethlehem

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WB-Redaktorin Evelyne Fischer zog vom Libanon, dem Gehöft von Marcel Steinmann (links), nach Bethlehem. Auf ihrem Weg begleiteten sie Rita-Maria, Eselstute Beauty, Eselstreiber Florian und Josef.

Maria, Josef und ein Esel: Sie begleiteten WB-Redaktorin Evelyne Fischer am Sonntag, 3. August, auf ihrem Weg vom «Libanon» nach «Bethlehem» – der fünften Etappe der WB-Weltreise. Um die alte Bibelgeschichte «wiederaufleben» zu lassen, halfen mitunter die neuen Medien: Via Facebook suchte die WB-Redaktorin die Woche zuvor nach einer Maria, die am Sonntagvormittag «Lust auf eine tierische Wanderung» hatte. Mit Erfolg. Prompt klingelte eine Stunde später das Telefon. Am Apparat: Rita-Maria Bättig aus Kottwil, fünffache Mutter, 49-jährig und «ein Wandervogel seit jeher». Die Kottwilerin mag spontane Aktionen, insbesondere solche, die Überraschungen bergen könnten. «Überdies lerne ich gerne neue Menschen kennen.»

Auch Landwirt Josef Steiner vom Dagmerseller Weidhof liess sich für den rund dreistündigen Fussmarsch begeistern. Der 55-Jährige ist verheiratet, Vater von drei eigenen Kindern und einer Pflegetochter.

Mit von der Partie war am Sonntag auch Josef Steiners Nachbar: Florian Müller von der Rumi. Wollte Eselstute «Beauty» nicht weiter, machte er ihr Beine. Der Zwölfjährige geht regelmässig auf dem Hof von Josef Steiner, um zu reiten.

Im fernen Osten und im Luzerner Hinterland

Mehr über eine Wiggertalerin, die fast zwanzig Jahre ihres Lebens im „richtigen“ Libanon an der Mittelmeerküste verbracht hat und die Familie, die im Ohmstaler Libanon wohnt, lesen Sie im Böttu vom Samstag. DSC_0189DSC_0268

 

 

 

 

Fladenbrot und Hummus

Am Zielort im Libanon angekommen, gibts für Fahrer und Beifahrer und die Bewohner des Hofes etwas Kleines zum Naschen. Passend zum Land an der Mittelmeerküste wird feines Fladenbrot geknappert, in Hummus gedünkt und diskutiert.

Fladenbrot

Steil, steiler, am steilsten

Die Fahrt in den Ohmstaler Libanon hat es in sich. Kaum im Chilbrigwald, gleich ennet der Luthere, wartet ein bedrohlicher Steilhang. Die Steigung lässt einen in den Autositz drücken und den Motor kurz aufheulen. Mit einem App messen wir die Steigung. Die 20-Grad lassen zweifeln, erwartet hätte man viel „steilere Zahlen“. Die Hanglage ist übrigens auch dem Fussballclub Schötz bekannt. Nicht wenige Trainer lassen dort Konditionstraining büffeln. Schweissperlen sind garantiert.

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Der Mercedes SE 380 ist durstig

Der Mercedes-Benz 380 SE hat Kurt Erni von seinem Vater geerbt. Wo er damit auftaucht, sorgt das Auto für Aufsehen. Ein paar Details zur Edelkarosserie: Die Erstinverkehrssetzung des Autos datiert vom März 1985. Der Mercedes-Benz ist 204 PS stark, bringt eine Höchstgeschwindigkeit von 210 Stundenkilometer aufs Tacho, benötigt von 0 bis 100 Stundenkilometer 9,8 Sekunden und verbraucht etwas gar viel Benzin. Laut Garagist rund 17,5 Liter. Der Mercedes-Benz 380 SE stammt aus der Baureihe 126. Er wurde von 1979 bis 1991 produziert. Die Südafrikaner fertigten die Baureihe laut dem Geschäftsführer Christoph Künzi vom Schötzer Garagisten Künzi+Hämmerli Automobile sogar noch bis 1994. Das Fahrzeug erfreute sich auf dem afrikanischen Kontinent, besonders in den nordafrikanischen Ländern, grosser Beliebtheit. „Viele ehemalige Fahrzeuge aus unseren Breitengraden fristen dort ihr zweites Leben“, sagt Künzi. Und: „Besonders gefragt waren stets weisse Karosserien.“ Mehr Infos zum Fahrzeug und zu Kurt Erni sehen Sie im WB-Video.

Vogelherd, Hasensprung und Libanon

Die Fahrt in den Ohmstaler Libanon ist auch eine Fahrt zu lustigen Hofnamen. Im Gemeindegebiet von Ohmstal und Niederwil gibts Namen wie Vogelherd, Hasensprung, Brönten oder Libanon. Woher die Namen stammen und was sie bedeuten, hat Josef Zihlmann in der Heimatkunde des Wiggertals aus dem Jahr 1974 erforscht. Auf 19 Seiten hat er sich mit den Ohmstaler Hof- und Flurnamen befasst. Nicht immer fanden sich zu den Namen alte Belege. Und zum Teil kursieren ganz unterschiedliche Namensdeutungen. So auch zum Hofnamen Libanon. Über diesen Hofnamen ist auf den 19 Seiten von Josef Zihlmann nichts zu lesen. Entsprechend phantasievoll wird der Namen in der Bevölkerung „analysiert“.

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