21. Sommerserie ist beendet

Drei Wochen lang gab das Redaktionsteam Vollgas, bestieg Gipfel um Gipfel. Nun kehrt auf dem Sommerserie-Blog Ruhe ein. Der Alltag hat die Redaktoren wieder fest im Griff. Bis zu den nächsten Sommerferien, wenn die 22. Sommerserie startet.

Ein kurzer Rückblick

Kurz vor dem Mittag ist das WB-Duo oben auf dem Leidenberg. Alle Gipfeli sind weg. Wir dürfen eine tolle Aussicht geniessen und auf spannende Begegnungen zurückblicken. Hier ein kurzer Zusammenschnitt. Ausführliche Berichte lesen Sie in der nächsten Ausgabe des WB.

Ein Leben ohne eindeutiges Ende

 

Im vergangenen Jahr gingen bei der Luzerner Polizei 950 Vermisstmeldungen ein. In der Statistik erscheinen sie als Zahl. Doch dahinter stecken Schicksale. Es sind Geschichten von Menschen mit persönlichen oder gesundheitlichen Problemen, mit strafrechtlichen Schwierigkeiten oder tragischen Unfällen. Oft verläuft die Suche erfolgreich. Rund 90 Prozent der vermissten Personen tauchen innert Monatsfrist wieder auf. Doch es gibt auch jene, die für immer verschollen bleiben. So auch Sepp Kurmann aus Ettiswil. Er verschwand 1976 im Alter von 25 Jahren nach einem Schiffsunglück. Sein Bruder Hans Kurmann erinnert sich. Er erzählt im „Gipfelgespräch“, wie er die ersten Tage nach dem Verschwinden seines Bruders erlebte  und wie er den Verlust verarbeitet hat. Mehr dazu in der nächsten WB-Ausgabe.

Vom Freuden- zum Leidenberg

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Oben auf dem Leidenberg befindet sich die Kreuzweid. Hier sollen Anfangs des
17. Jahrhunderts in einem Kornfeld zwei vermisste Kinder gestorben sein. So erzählt es eine Sage. Ihr Schicksal hat dem Leidenberg gemäss den Erzählungen seinen Namen gegeben haben. Beat Weltert vom Leidenberg kennt die Geschichte.

 

 

 

 

Das „Gemecker“ auf dem Leidenberg

Ziegen

Vor acht Jahren kam Lisa Lena Weltert auf den Leidenberg. Und mit ihr die Pfauenziegen, eine seltene Rasse von Pro Specie Rara. Zur Geissenfamilie zählen heute  Tiere: Zwei Böcke, drei Weibchen und drei Gitzi. Sie sind äusserst heikel, intelligent und frech. „Wenn einmal zu wenig Strom auf dem Zaun brechen sie aus“, sagt Lisa Lena Weltert und lacht. Die robusten Pfauenziegen sind eine Zweinutzungs-Rasse. Das heisst sie liefern Fleisch und Milch. Dies wurde ihnen  zum Verhängnis. Wegen fehlender Wirtschaftlichkeit befanden sie sich bald auf der Liste der vom aussterben bedrohten Nutztierrassen. Heute wird die Pfauenziege vor allem von Liebhabern als Hobby gehalten. So wie von Lisa Lena Weltert auf dem Leidenberg.

Ein Hof mit Geschichte

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Eine Generation löste die nächste ab. Seit 1632 bewirtschaftet die Familie von Beat Weltert den Hof auf dem Leidenberg. Seine Vorfahren sind bei der Reformation aus Zürich geflüchtet und haben hier ein neues Zuhause gefunden. Mindestens acht Generationen hätten den Hof vor ihm geführt, sagt der 37jährige.  Er und seine Frau Lisa Lena halten Milchvieh und Schweine. Daneben betreiben sie ist Ackerbau. Die 28 Hektaren Land sind auf Grosswanger, Mauenseer und Oberkircher Boden. Politisch gehört der Hof zu Grosswangen. 4,5 Kilometer sind es bis ins Dorf. Als Jugendlicher habe er sich ab und zu über diesen langen Weg geärgert. Heute geniesse er die Ruhe und die Lage mit Seesicht. Das 400jährige Bauernhaus hat er renoviert und so ein Zuhause für die nächste Generation geschaffen. Seit Februar gehört Sohn Alexander zur Familie.

Arbeitsplatz mit Aussicht

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70 Kilometer, hin und zurück. Diesen Arbeitsweg nimmt Tabea Berger (links im Bild unten) täglich in Kauf. Sie arbeitet auf dem Hof von Josef Häfliger, zuoberst auf dem Leidenberg, auf 690 Meter über Meer. Einen tolleren Arbeitsort könne sie sich kaum vorstellen, sagt die 30-Jährige. Die Sicht auf den Sempachersee und in die Berge sei genial. Zudem liebe sie ihre Arbeit. Sie ist für das Jungvieh zuständig. Aktuell hat sie 90 Stück Jungvieh unter ihren Fittichen. Im Durchschnitt kommt fast jeden dritten Tag ein neues Kalb dazu. Die ersten Tage und Wochen seien für die Tiere besonders prägend. Darum nehme sie sich Zeit, streichle und kraule sie. «So bauen sie Vertrauen auf zum Menschen.» Später finden die Kuhkälber einen Platz im Milchviehstall. Josef Häfliger und sein Betriebspartner Marcel Niffeler zählen zu den grösseren Milchproduzenten im Kanton. Ihre 140 Kühe liefern pro Tag rund 3200 Liter Milch. Der tiefe Milchpreis sei am Znünitisch ab und zu Thema, sagt Tabea Berger. Doch jammern bringe nichts. «Ich versuche meine Arbeit gut zu machen und hoffe, dass dies
auch die Politiker tun.»

Tabea Gipfeli

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