Autor: WBlog

Montag, 22. Juli, 12.05

Der Schatten zeigt die Dimension auf: Blick vom Turm auf den Vorplatz der Klosterkirche.

Ferien auf Balkonien müssen verdient sein

140 Treppenstufen rauf, 140 Treppenstufen runter. Und dies drei Mal, um alles Gepäck auf den wenigen Quadratmetern hoch über St.Urban zu wissen. Kurzum: Ich bin schon ausser Puste, bevor ich meinen Schlafplatz überhaupt eingerichtet habe. Doch die wunderbare Aussicht in die Berner Alpen und den nahen Jura entschädigen für die Plakerei. Meine Feriendestination überzeugt durch ihren Weitblick. Und die einmalige Unruhe. Wenigstens, wenn nicht gerade die Glocken läuten. Der erste Härtetest steht bevor. Wenn es exakt 10 Sekunden Zwölf schlägt. Den Pamir und die Ohrenpfropfen habe ich bereits bereitgelegt. Und eine Hörprobe schicke ich allen Daheimgebliebenen natürlich sehr gerne!!!

Montag, 23. Juli, 12:00

Der Endspurt auf der Redaktion

Während Reporter Stefan Bossart seine Ferientage in St. Urban in Angriff genommen hat, ist Norbert Bossart auf der Redaktion mit der Gestaltung seines Berichts vom Campingaufenthalt in Grossdietwil beschäftigt. Dieser erscheint in der morgigen Dienstagausgabe. Das folgende Video soll darauf gluschtig machen…

Montag, 22. Juli, 9.45 Uhr

Himmlisch: Der Stellvertretende Sakristei Othmar Steffen (vorne) geniesst mit WB-Reporter Stefan Bossart die Aussicht aufs Rottal.

Die Tür zum Himmel öffnet sich

Drei Tage und zwei Nächte wird der St.Urbaner Kirchturm zu meinem Zuhause. Othmar Steffen dreht den Schlüssel und mit einem Knarren geht die Türe auf, hinter der die Treppenstufen in den rechten der beiden St.Urbaner Wahrzeichen führt. Doch bevor es zum ersten Mal in himmlische Höhen geht, erklärt mir der Stellvertretende Sakristan die Hausregeln. Hier die für den WB-Reporter einschneidensten: Bierchen trinken und die weitherum bekannten Cervelats aus der Klostermetzgerei Haas grillieren? Fehlanzeige! Mit Promille auf dem Turm wäre es zu gefährlich. Ganz zu schweigen hier oben zu Kohlen zu greifen. Was St. Urban vor über 500 Jahren in helle Aufregung versetzte, soll sich schliesslich nicht wiederholen. „Schutt und Asche gabs hier bereits einmal“, sagt Othmar Steffen. Am 7. April 1513 geriet das Kloster infolge eines Wutanfalls des Küchengehilfen in Brand. Er hatte heisses Öl ins Feuer der Klosterküche geleert. Das ganze Geviert der Gebäulichkeiten ging in Flammen auf, ebenso die Kirche. Tragisch: Ein Mönch, der als Strafe in seinem Zimmer eingeschlossen war und unter Arrest stand, kam bei diesem Unglück ums Leben. 

„Das Kloster lag schon einmal in Schutt und Asche“

Othmar Steffen, Stellvertretender Sakristan

Samstag, 20. Juli, 9:15

Ein Dankeschön nach Grossdietwil

Nach kurzem Schlaf im Böttu-Bus heisst es heute Abschied zu nehmen: vom Campingplatz Grossdietwil mit all seinen kleinen Residenzen. Von vielen netten Chalet-Bewohnern, die hier unterhalb des „Löwen“ auf wenigen Quadratmetern sesshaft geworden sind. Adieu sage ich Ferien- und Wochenendgästen, welche die Ruhe und das Wohnen im Grünen an der Rot schätzen. Allen danke ich für ihre Offenheit und Hilfsbereitschaft bei meinen Recherchen vor Ort. Ein besonderes Dankschön geht an das herzensgute Wirtepaar Sandra und Philipp Zettel für ihre Gastfreundschaft. Ich habe in Grossdietwil Einblick in eine besondere Oase erhalten.

Mehr in der Dienstagausgabe und online

Mein Ferienbericht erscheint in der kommenden Dienstagausgabe, gleichtags werden auf http://www.willisauerbote.ch und Facebook weitere Videos aufgeschaltet.

Auf Wiederlesen und Wiedersehen! norbert.bossart@willisauerbote.ch

Freitag, 19. Juli, 18:15

Reporter stösst mit „Perle“ mit Stahlerbier-Brauer Christian Krauer an. Beobachtet von Wirtin Sandra Zettel.

„Perle“ als „Fürobebier“

Sitze am Stammtisch im Gasthaus Löwen. Entdecke beim „Fürobebier“ eine „Perle“. Stosse mit Christian Krauer (48) an, der das heimische Stahler Bier produziert. Das Bier heisst so, weil es in der Stahlermatten hergestellt wird und Christian selbstständig Edelstahlleitungen für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie baut. „Ich bin Bierliebhaber und wollte mein eigenes brauen. Denn Bier ist ein guter Durstlöscher und sorgt für Stimmung. Innert sechs Jahren ist sein Angebot auf sechs Sorten angewachsen: Perle, Hell, Dunkel, Weizen, Pale Ale und Port Stout. 2018 hat er 110 Hektoliter verkauft. Tendenz steigend. Renner ist mit 70 Prozent die Perle. Wie sie schmeckt? Leicht süsslich, daher sehr süffig. Wer die Vielfalt kosten will, besucht am 16. August das Stahler-Bier-Fest.

Freitag, 19. Juli, 15:00

Alfred Suppiger, genannt „Fredu“.

Fredu spricht vom „Lotto-Sechser“

Er habe «strubi Zyte» hinter sich, sagt Alfred Suppiger (63), kurz Fredu genannt. Nach vier Rückenoperationen kann der gebürtigen Menzberger, der diesen Sommer bei der Bieri Blachen AG sein 30-Jahr-Jubiläum feierte, nur noch halbtags als Konfektionär arbeiten. Entsprechend bescheiden ist sein Verdienst. «Grosse Sprünge sind nicht möglich», sagt er und zieht an seinem Villiger Kiel. Eine Klagelied stimmt er dennoch nicht an. «Seit drei Jahren geht es mir blendend!» Grund? «Ich habe auf diesem Campingplatz eine traumhafte Bleibe gefunden.» Er habe ein schöne Wohnung samt Pelletheizung und sogar einer Badewanne. Ihm fehlt es auf den neun mal acht Metern an nichts. «In dieses Chalet ziehen zu dürfen, war für mich wie ein Lotto-Sechser», sagt Fredu. «Preisgünstiger und schöner kann ich nicht leben.»