Sommerserie 2017 – Gipfelstürmer

Schulhauswart Estermann freut sich auf das Einweihungsfest

Während die Schüler Ferien machen, ist er am Arbeiten: Thomas Estermann, der an der Wauwiler Schule die Informatik betreut und seit einem Jahr auch als Hauswart amtet. Die letzten Monate seien streng gewesen, meint er und erinnert an den Erweiterungsbau, die Umbauten und die Errichtung des neuen Spielplatzes. „Partizipation“ sei an der Schule Wauwil kein Fremdwort. „Schüler, Lehrpersonen, Hauswart-Team und Eltern wurden von Beginn weg mit einbezogen. Alle haben am gleichen Strick gezogen. Das hat sich ausbezahlt.“ Gross sei seine Vorfreude auf das Eröffnungsfest vom 2. September.

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Thomas Estermann mit Gipfeli vor dem neuen Spielplatz.

Das Kreuz soll bewahren und beschützen

Kilchmeier Joseph Häller von der Unter Scheimatt, Jakob Häller von der Neuenegg, Joseph Meyer von der Hinter Scheimatt, Melchior Schwegler vom Mettenberg, Sebastian Wirz vom Vorberg, Jakob Bucher vom Schlössli und Adam Jost vom Mettenberghüsli haben anno 1738 das Kreuz in der Neuenegghöhe errichtet. Sie versprachen, das Kreuz zu erhaltne und zu pflegen. Und zwar damit „der allgüotige Gott in Ansächung dieses Chrützes sie doch sampt Haus und sampt Viech und Güeteren und absunderlich die liebe Fäldfrüchten vor allem Übel und schädlichen Ungewitter, welches kurtz vorhäro zimblich hart auf Zuelass und Anschickung Gottes obgemälte Höff hat heimgesuecht und beschädiget, allergnädigst beschützen und bewahren wölle.“ Die volkstümliche Kultstelle mit dem Kreuz und der langen Bank genoss früher bei den Bauern der Umgebung grosses Ansehen. Um die Pflege des in der Umgebung auch „Seuchenkreuz“ genannten Chrütz kümmert sich Rosa und Fritz Wahli. Die Willisauer kommen jeden Freitag vorbei, säubern das Bänkli, giessen die Pflanzen oder schneiden sie zurück.

Quelle: „Namenlandschaft im Quellgebiet der Wigger“, Josef Zihlmann , Comenius Verlag, 6285 Hitzkirch
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Fritz Wahli beim Neueneggkreuz, wo er die Pflanzen zurückschneidet.

„Die Bilder vergisst man nicht so schnell“

„Lothar“ war in unserer Region der schlimmste Sturm seit Menschengedenken. Der Willisauer Revierförster Martin Filli blickt im WB-Interview auf diesen Tag zurück und zieht Bilanz. Nachzulesen ist es in der Freitagsausgabe. Vorab schon mal ein kleines Video.

Ein Ort zum Feiern

Wo früher im Wagenschopf auf dem Hof von Familie Schwegler auf dem Mettenberg die verschiedenen Landmaschinen standen, werden heute Feste gefeiert: Hochzeiten, Familientreffen oder Firmenapéros. Legendäre Feste hätten hier zuhauf stattgefunden, sagt Franziska Schwegler-Stöckli, die in Luthern aufgewachsen ist und zusammen mit ihrem Mann Eugen die vier Kinder Eugen, Daniela, Thomas und Doris grossgezogen hat. Unweit des 100 Quadratmeter grossen Partyraums – ein paar Höhenmeter weiter oben – befindet sich im Übrigen die Lothar-Hütte. Auch sie ein bekannter und beliebter Treffpunkt für allerlei Festivitäten.

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Franziska Schwegler vor dem Eingang zum Partyraum auf ihrem Hof.

Die Armen- und Waisenanstalt Mörisegg

Der verstorbene Hergiswiler Hans Pfäffli  hat zum 30-Jahr-Jubiläum des Alters- und Pflegeheims „St. Johann“ die Geschichte des Armenwesens in Hergiswil aufgearbeitet. Einen grossen Teil der 36 Seiten dicken Festschrift ist dem Armen- und Waisenhaus Mörisegg gewidmet. Der WB hat die Broschüre gelesen und ein paar spannende Details zusammengefasst.

Vor dem 19. Jahrhundert war nicht die öffentliche Hand für das Armenwesen zuständig. Nächste Verwandte kümmerten sich um die Armen. Oder die Kirchgemeinden nahmen sich dem Elend der Armen an. Erst 1803 – mit der Einführung der Mediationsverfassung – wurden den Einwohnergemeinden die Sorge ums Armenwesen übertragen. Einzelne Landgemeinden waren damals im Besitz von Armen- und Waisenhäusern. Hergiswil noch nicht. Ab 1850 begann man sich mit dem Bau eines solchen Hauses zu befassen. 1852 ergab sich für die Gemeinde die Gelegenheit, eine Liegenschaft zum Zweck eines Armenhausbaues zu erwerben. Vorgesehen war der Kauf des Staatsgutes „Ober Kurzhubel“, was die Gemeindeversammlung später verwarf. Stattdessen beschlossen sie den Hof Oberkurzhubel mit demjenigen auf Mörisegg zu tauschen. Dort wurde am 6. Juli 1862 ein grosses Bauerngut als Armen- und Waisenanstalt einzurichten. Das Haus diente Kranken, Waisen und Armen fortan mehr als 100 Jahren als Unterkunft.

1973 wurde die Armen- und Waisenanstalt Mörisegg aufgelöst. Ordonanzschwestern und Insassen zügelten ins Dorf ins Altersheim „St. Johann“. Was passierte mit dem Gebäude auf der Mörisegg? Neben der Gemeinde interessierte sich auch die Denkmalpflege des Kantons Luzern für den Bau. In einem Brief vom 6. Juli schrieb diese an die Behörde, dass das „alte Bürgerheim Mörisegg ein erhaltenswertes Baudenkmal von grosser sozialgeschichtlicher Bedeutung“ sei. Für die Gemeinde erwiesen sich die Abklärungen und Planungen als „nicht dauerhaft“ und so beschloss der Gemeinderat den Abbruch des Heimes. An seiner Stelle wurde 1999 ein Zweifamilienhaus für den Pächter der Liegenschaft und sein Dienstpersonal erbaut. Heute wohnen Gabi und Leo Zwyer mit ihren zwei Kindern im einstigen Armenhaus.

 

 

Hier wurde einst gekäst

Früher brachten die Bauern aus der Region ihre Milch zu diesem Gebäude. Es ist die ehemalige Scheimatt-Käserei, wo einst Emmentaler produziert wurde. 2005 kommt das Aus für die Produktionsstätte. Es ist das Jahr, als die schweizweit grösste Käsereifusion über die Bühne geht. Aus den acht Genossenschaften Nebikon, Schötz, Käppelimatt, Gettnau (ohne eigene Käserei), Kottwil-Ettiswil, Scheimatt, Hofstetten-First und Schülen wird die Regio Chäsi Willisau. Während neben Scheimatt auch die Käserei Hofstetten geschlossen wird, dürfen andere Standorte vorerst weiter produzieren. Nicht für all zu lange: 2008 werden die Käsereien in der Käppelimatt und Nebikon geschlossen, ein Jahr später die Käserei Schötz. Und heute? Kottwil wurde ausgebaut und ist die Hauptkäserei der Regio Chäsi. Und in der Dorfkäserei Schülen-Willisau wird Sbrinz produziert.

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Fluchen oder geniessen?

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Pius Meyer: „Der Mettenberg ist der markanteste Punkt des Willisauer Laufes.“

Der Willisauer Lauf ist zwölf Kilometer lang und führt vom Städtli Willisau der Buchwigger entlang über Scheimatt, Mettenberg, Mörisegg, Talbach, Breiten zurück zum Ausgangspunkt. „Pièce de Resistance“ ist der Mettenberg. „Er entscheidet über Sieg und Niederlage“, sagt Pius Meyer. Er muss es wissen. Der Willisauer ist sowohl Gründungsmitglied des Willisauer Laufes, als auch OK-Präsident. Er ist als Läufer wöchentlich im Mettenberg unterwegs.