Montag, 22. Juli, 15:45

Hören statt lesen: Bernhard Minder macht mit den Klosterführungen seit über 12 Jahren die Geschichte des Klosters St.Urban erlebbar.

Geschichte, die lebendig wird

Über 270 Seiten dick ist der Lesestoff, den ich mit in mein Gepäck nahm. „St.Urban 1194 – 1994“ heisst der Wälzer, in dem ich mich in die Geschichte des ehemaligen Zisterzienserklosters einlesen kann. Doch ich wähle an diesem heissen Nachmittag einen viel bequemeren Weg.

Ich treffe Bernhard Minder. Der 58-jährige St.Urbaner macht seit über zwölf Jahren Führungen durch die Klosterkirche. Von ihm erfahre ich unter anderem, dass mein Horst auf 57 Metern Höhe eigentlich nie hätte gebaut werden dürfen. Denn: Bei den Zisterziensern galt ein Turmbau-Verbot. Abt Malachias Glutz umging dieses anno 1711 mit einer List. „Der vordere Teil der Kirche und die damit verbundenen Türme sind für die Laien“, rechtfertigte sich Glutz gegenüber Nicolas III, der dem Orden vorstand. Der Abt vom Mutterkloster in Citeaux konnte dem St.Urbaner Bauvorhaben wenig abgewinnen und hatte bei dessen Bekanntgabe seinen Unmut mit einem geharnischten Brief kundgetan. „Gegen Malachias äusserst grosszügige Regelauslegung war er letztlich machtlos“, sagt Bernhard Minder.

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