Autor: WBlog

Wahlheimat Leidenberg

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Von der Agglo aufs Land: Ein Wohnungsinserat führte Familie Müller vor zwei Jahren auf den Leidenberg. Sie suchten nach der Geburt ihrer Zwillinge ein neues Zuhause. Die Viereinhalbzimmerwohnung mitten im Dorfzentrum von Rain wurde allmählich zu eng. «Irgend einen Hacken musste die ausgeschriebene Wohnung haben», sagt Mutter Melanie. Sie und ihr Mann Claudio hätten vor der Besichtigung gerätselt, wo dieser liegen könnte. Denn ein Zehnzimmer-Haus zu diesem Mietpreis sei selten. Die Anfahrt lieferte die Antwort. 4,5 Kilometer sind es vom Dorf Grosswangen auf den Leidenberg. Ein Weg, den die junge Familie gerne in Kauf nimmt. «Wir geniessen die Ruhe», sagt Claudio Müller. Kürzlich sei er beruflich in New York gewesen. «Ich sehnte mich richtiggehend nach unserem Zuhause im Grünen.» Für die Kinder Laura (5), Lucia und Leona (2) sowie Samuel (3 Monate) sei es ein Paradies. Zum Haus gehört ein grosser Garten. Hier oben schaue man aber auch gerne über den Gartenhaag hinaus. «Wir haben tolle Nachbarn.»

Müller

Die Basler und ihr „Bienenälpli“

Bienenälpli 1

„Bienenhaus zu vermieten“ – so lautete der Wortlaut des Inserats in der Tierwelt. Gemeint war ein  verlottertes Häuschen mit 48 Bienenkästen am Grosswanger Leidenberg. Eduard und Josephine Bucheli reisten zweimal vom basellandschaftlichen Arlesheim ins Rottal, um sich das Häuschen anzuschauen. Sie waren begeistert von der ruhigen Lage mitten im Grünen. Heute, mehr als 30 Jahre später, ist das Bienenhaus nicht wieder zu erkennen. Bienenkästen und Wabstuben gibt es keine mehr, dafür Betten, einen Gasherd und Eckbank. Eine eigene Quelle liefert Wasser. Buchelis sind Imker und halten daheim in Basel heuer 14 Völker. In ihrem „Bienenälpli“ am Leidenberg hörten sie vor zwei Jahren mit dem Imkern auf. Angesprochen auf die Blütensammler beginnt der pensionierte Polizist Eduard Bucheli zu erzählen: Von den schwindenden Blumenwiesen, den Insektiziden die ihnen zusetzen, den Gärten die nur noch aus Rasen und Steinklötzen bestehen. „Bienen öffnen einem die Augen“, sagt er. So ziert die Fläche vor dem Haus ein blütenreicher Gemüse- und Blumengarten. Für die Insekten. Und speziell für die Bienen.

Bienenälpli 2

Die Natur als Kraftquelle

Alois aktuell

Wiesen, Wald und eine tolle Weitsicht: „Mein Zuhause ist mein Paradies“, sagt Alois Rösch. Der pensionierte Landwirt lebt in der Sommerhalde. Hier hat er manch Schönes, aber auch Leid erlebt. Sein Vater starb früh. Alois Rösch wuchs als „Mündel“ auf und erlebte Gewalt. Jahrzehnte lang habe es die Erlebnisse verdrängt. Vor sechs Jahren folgte ein Zusammenbruch. Nun ist Alois Rösch dabei, seine Geschichte aufzuarbeiten. Ein langer und schmerzhafter Weg. Kragt schöpft er in der Natur. Hier findet er Trost und Zuflucht, aber auch Inspiration. Alois Rösch schreibt Gedichte. Er wählte eines aus und trug es den WB-Reporterinnen vor.

 

Alois Rösch serviert der WB-Crew ein Brombeerfrappe mit Beeren aus dem eigenen Garten. Eine tolle Stärkung. Wir bedanken uns.

Alois

Znünipause auf vier Rädern

Raffaela

Ihr Herz schlägt für starke Motoren und schwere Maschinen: Bei ihrem Job kommt Raffaela Erni auf ihre Kosten. Die 23jährige Roggliswilerin arbeitete für das Lohnunternehmen Hofstetter aus Grosswangen. Heute fährt sie einen Fendt 936, ein Grosstraktor mit über 360 PS. Sie führt Gülle. Eine Arbeit, die ihr stinkt? Sie schüttelt den Kopf . „Es ist ein Aufgabe wie jede andere auch.“

Das Daheim am Leidenberg

Alois 2

„Mein Zuhause ist meine Oase“, sagt Gantrufer Alois Wyss. Sein Hof liegt mitten im Grünen, im Längacher am Fusse des Leidenbergs. Hier findet der 75jährige Ruhe. „Hier kann ich einen Gang runterschalten.“ Denn im Alltag ist er hochtourig unterwegs. Als Gantrufer reist er durch die ganze Schweiz, vom Boden- bis zum Genfersee. Über 80 Auktionen sind es pro Jahr. Da erlebt er immer wieder, wie nah Freud und Leid beieinander liegen. Oft wird er in schwierigen Situationen gerufen. Etwa wenn ein Landwirt vor dem finanziellen Aus steht oder sein Lebenswerk aufgeben muss weil er keinen Nachfolger findet. Da ist Alois Wyss nicht nur als Gantrufer sondern auch als Seelentröster und Problemlöser gefragt. Ein ausführliches Portrait lesen Sie in der Freitagsausgabe des WB.

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Heute ist Alois Wyss zu Hause. Er und seine Frau Annelis laden zum Kaffee ein. Dazu gibts ein Gipfeli.

Gipfelstürmer auf ihrer letzten Etappe

Los gehts: Wir stürmen den letzten Gipfel. Der Weg führt das WB-Team Céline Pfister und Irene Zemp-Bisang auf den Leidenberg in Grosswangen. Mit dabei ein Korb voller Gipfeli aus der Backstube von Peter Aregger. Der 41jährige hat schon als kleiner Bub davon geträumt Brote, Weggli und Gipfeli zu backen. Heute führt er die Bäckerei Brot & Co. an den drei Standorten Buttisholz, Grosswangen und Nottwil.

Wir freuen uns, seine Gipfeli auf dem Weg auf den Gipfel zu verteilen.

Peter Aregger

Peter Aregger hat die Gipfeli für die Gipfeli gespendet. Herzlichen Dank!

Das Interview in der WB-Dienstagausgabe

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Felix Föhn, Direktor der Justizvollzugsanstalt Wauwilermoos.

Das Gipfeltreffen auf dem Santenberg oder das grosse Interview mit Felix Föhn (55), Direktor der Justizvollzugsanstalt Wauwilermoos. Föhn äussert sich zum Restrisiko des offenen Strafvollzugs, spricht über seine Freiheiten als Gefängnisdirektor und sagt, weshalb im „Möösli“ die Abschrankungen, Stacheldrahtzäune und Überwachungskameras immer zahlreicher geworden sind. Mehr im WB vom Dienstag.