Sie ist von weitem zu hören, die Töfflifahrerin mit dem Fuchsschwanz, dem Gartenzwerg am Lenkrad und dem „Militäraff“ auf dem hinteren Rad: Irene Brügger alias Frölein Da Capo. Die Musikerin, Unterhalterin, Künstlerin, Sängerin, Kabarettistin, Kolumnistin, Mutter liebt Ausfahrten mit dem ferrariroten Pony-Sachs, handgeschaltet, 37 Jahre alt.
Nussgipfel von den Gipfelstürmern
Die vierte Gipfeltour der WB-Sommerserie führt uns auf den Mettenberg. Mit dabei im Rucksack sind feine Nussgipfel von der Bäckerei Schwegler in Willisau. Diese werden wie immer hungrigen und netten Menschen vor Ort verteilt. Schon jetzt wünscht die WB-Crew: „E Guete!“.

Mittlerer Berg
Niemand kennt das Luzerner Hinterland besser als Josef Zihlmann (1914-1990). Bevor WB-Gipfelstürmer Stephan Weber in ein paar Tagen loszieht: Was hat „Seppi a de Wiggere“ über den Mettenberg geschrieben?
(…) Der Name Mettenberg für einen Hof auf der Wasserscheide zwischen Wigger- und Buchwiggertal südlich Willisau ist früh belegt und fällt durch die grosse Zahl von alten Belegen auf. Erstmals nachgewisen wird der Name 1173. Die Formulierungen „vor an mettenberg“ deuten daraufhin, dass es mindestens zwei Höfe Mettenberg gegeben haben muss. Derjenige „vor an mettenberg“ war wohl der bedeutendere, und es ist denkbar, dass das Gut „jn mitz an mettenberg“ innerhalb des Hofes Mettenberg lag.
Mettenberg, auf althochdeutsch mëtemo, heisst „mittlerer Berg“. Wie diese Benennung konkret zu verstehen ist, lässt sich nicht mehr ermitteln. Vielleicht ist Mettenberg in Zusammenhang mit Vorberg zu sehen (der Hof Vorberg liegt auf dem gleichen Höhenzug, nördlich vom Mettenberg). Das würde allerdings auf das Vorhandensein eines dritten Berges hindeuten, vielleicht eines Hinterberges, den man vermisst.

Die dritte Gipfeltour im Trailer
Impressionen vom Chrüzberg
Auf Winterbergs Lieblingsberg
Umgekehrte Welt. Wo Lukas Winterberg normalerweise in einem Höllentempo den Chrüzberg runterrast, weiden Kühe gemütlich auf der saftig grünen Wiese. Wo dem gebürtigen Roggliswiler normalerweise der Schweiss der Anstrengung von der Stirn herunterläuft, sind heute die warmen Temperaturen dafür verantwortlich. Und anstelle eines Helmes sitzt auf seinem Haupt eine gegelte Frisur.

Mit Blick auf Dagmersellen und die Chrüzberg-Strecke sitzt er entspannt auf einer Parkbank, spricht über seine Kindheit und den (vorerst) geplatzten Traum einer Profikarriere. Das letztjährige Missgeschick am Chrüzberg hat er abgehakt. Nun schaut er nach vorne und trainiert hart, um im Dezember an «seinem» Berg voll angreifen zu können.
Im Gipfelgespräch verrät er unter anderem, welches eine vielfach unterschätzte Schlüsselstelle der Chrüzberg-Strecke ist…
…und welches Missgeschick ihm vor einigen Jahren passiert ist.
Der Gipfel ist erklommen

769 m ü. M. liegt der höchste Punkt des Chrüzbergs. Nach einer schweisstreibenden Wanderung sind Praktikantin Céline Pfister und Redaktor Pascal Vogel oben angekommen. Als Fahnenstange fürs Gipfelfoto dient ein alter Zeitungshalter.
Bevor sich Redaktor Stephan Weber zur nächsten Tour aufmacht, steht das Gipfelgespräch mit Radquer-Fahrer Lukas Winterberg an.
Jogging-Einheit und Kontrollgang

Der Gipfel rückt näher, die Gipfeli-Säcke leeren sich. Auch Joggerin Renata Lütolf lässt sich nicht zweimal bitten. „Aber ich esse das Gipfeli erst Zuhause, zu einem Kafi“, sagt die Dagmersellerin und lacht. Wenn möglich gehe sie dreimal pro Woche joggen, meist mit einer Kollegin. Die sei momentan aber in den Ferien. „Nächste Woche drehe ich den Spiess dann aber um.“

Mit seiner dunklen Kleidung gut getarnt im dichten Wald ist Lukas Haefely. In der Hand hält er eine Gartenschere, befreit damit die Rottannen von Dornenstauden. Seit zehn Jahren besitze er hier rund zehn Hektaren Wald. Er geniesse die Ruhe der Natur, tanke Kraft. Als Dirigent der MG Schlierbach und der MG Zetzwil kann er davon nicht genug haben.
Laubfrei in die Jägerhütte
Schon von weitem ist ein lautes Röhren zu vernehmen, noch bevor die alte Jägerhütte in der Chüesteli ins Sichtfeld rückt. Sepp Theiler hat den Laubbläser zur Hand genommen, sorgt für eine saubere Umgebung.
Der Gemeindearbeiter leert die Abfallkübel und legt frisches Brennholz unter die Hütte. Ein Schlaraffenland für jeden Grill-Fan.
Zieht schlechtes Wetter auf, kann die frei zugängliche alte Jägerhütte in Beschlag genommen werden. Verborgen im Schatten des Waldes, lädt sie zu gemütlichen Stunden ein. Hier seien häufig Jasser anzutreffen, sagt Sepp Theiler. Da es an Elektrizität fehlt, spenden bei Dunkelheit Kerzen Licht.
Eingekehrt in der Kapelle
Im Schutze des Waldes liegt sie, verborgen hinter einem grossen Kreuz und etlichen Tannenbäumen: die Wallfahrtskapelle Chrüzberg.

Walter Gassmann ist Kapellenpfleger. Einmal pro Woche schaut er beim Wallfahrtsort ob Dagmersellen zum Rechten.
Immer mit dabei hat er frische Blumen aus dem eigenen Garten. Gladiolen, Malven und Lilien sind es heute. Links und rechts der Limpias-Darstellung, der zwölften Station der beiden Kreuzwege, legt er die Blumen nieder.

Mit dem Besen zur Hand erklärt Walter Gassmann, dass Wertschätzung der grösste Lohn für ihn sei. „Wenn Leute kommen und die schön dekorierte und saubere Kapelle loben, ist das ein sehr schönes Gefühl und bestärkt mich in meiner Arbeit.“
Diese beinhaltet auch das Bereitstellen der weissen Kerzen und roten Gläser. Flämmchen flackern im Kerzenhäuschen. Walter Gassmann öffnet dessen Flügel, greift nach den leeren Gläsern und begutachtet sie. „Manchmal weisen sie schwarze Russspuren auf. Dann nehme ich sie mit nach Hause und wasche sie.“ Er ist Kapellenpfleger – durch und durch.
