Samstag, 3. August, 16.00 Uhr

Evelin und Cornel Haldi mit ihren Töchter Leonie (links) und Yara.

Aus dem Dorfladen

Ich traf im Dorf Cornel Haldi. Er führt seit 2014 den Menzberger Dorfladen. Bei ihm und seiner Frau Evelin findet der Kunde alles, was er für den Alltag braucht. Von Brot über Käse bis hin zu Getränken oder Waschmittel. „Wir möchten dieses Angebot im Dorf erhalten“, sagt der gebürtige Menzberger. Dies sei allerdings nur mit der Unterstützung der Einheimischen möglich. „Viele schätzen unser Engagement. Das motiviert, weiterzumachen.“

Um vom Dorfladen zu leben, reiche der Umsatz aber bei Weitem nicht. „Er ist mehr Hobby als Beruf.“ Unter der Woche arbeitet Haldi als Maurer, dann steht seine Frau oder eine Aushilfe im Laden. Am Wochenende übernimmt er diese Aufgabe. Er verkaufte mir ein Meitschibier vom Menzberger Bierbrauer Jost-Xaver Bussmann. Es wartet darauf, getrunken zu werden.

Samstag, 3. August, 14.09 Uhr

Koch Maite Peter mit WB-Reporterin Irene Zemp-Bisang.

Ein Blick in die Küche

Der Landgasthof ohne Maite Peter, wäre wie der Menzberg ohne Dorfladen. Die 59jährige arbeitet seit 40 Jahren in der Küche. „Ich gehöre praktisch zum Inventar“, sagt sie und lacht. Zwischen Kochtöpfen, Friteuse und Herdplatten fühlt sie sich wohl. „Ich liebe meine Arbeit.“ Sie ist für das Gemüse, Salat, Dessert und die Beilagen zuständig. Heute hat sie Knöpli zubereitet. 150 Eier brauchte sie für den Teig.

Wenn die Gäste glücklich sind,
bin ich es auch.

Koch Maite Peter

Was viele Gäste nicht wissen: Maite heisst eigentlich Lisbeth. Entstanden ist dieser Übername aus der Not heraus. Als sie auf den Menzberg kam, arbeiteten im Service bereits drei Frauen mit dem Namen Lisbeth, eine weitere war in der Küche tätig. „Mit mir wurde das Durcheinander noch grösser.“ Den Name Maite hat sie von Marie-Theres „Maite“ Nadig. „Ich habe ihr damals mit meinen kurzen Haaren und dem rundlichen Gesicht angeblich geähnelt.“

Samstag, 3. August, 11.08 Uhr

Franz-Xaver Hodel mit seiner Frau Jennifer und Nachbar Rolf Peter.

Ein Prosit auf den Menzberg

Ein kleines Apèro vor grossartiger Kulisse: Franz-Xaver Hodel stösst mit seiner Frau Jennifer und Nachbar Rolf Peter auf den Menzberg an. Hier hat der Willisauer vor vielen Jahren ein zweites Zuhause gefunden. „Ich liebe die Weitsicht.“ Von seinem Gartensitzplatz aus sieht er den Pilatus, die Rigi, den Wildspitz und viele Gipfel mehr. „Es ist einfach grossartig.“ Hier könne er die Sonne geniessen, seine Hunde Harry und Whisky laufen lassen oder sich im Landgasthof ein gutes Essen gönnen. „Auf dem Menzberg passt alles zusammen. Die Lebensqualität ist hoch.“ Seit er seine Zahnarztpraxis einem Nachfolger übergeben hat, nimmt er den Weg auf den Menzberg noch häufiger unter die Räder. „Ich fühle mich hier genauso daheim wie in Willisau.“

Weitsicht, Natur, nette Leute:
Was will ich mehr?

Franz-Xaver Hodel

Samstag, 3. August, 9.54 Uhr

Das Zimmermädchen

Annemarie Niederberger klopft an die Tür. Sie kennt die Zimmer des Landgasthofs wie ihre eigene Hosentasche. Sie arbeitet seit fast zehn Jahren als Zimmermädchen im Hotel. Sie bettet, putzt und wechselt die Frotteewäsche. „Ich richte die Zimmer so her, wie ich sie als Gast auch antreffen möchte.“ Haare im Lavabo, auf dem Fixleintuch oder in der Dusche sind ein No-go. „Da bin ich pingelig.“ Zudem müsse es ordentlich sein. Sie streicht die Bettdecke glatt, richtet die Vorhänge und füllt Duschgel und Shampoo nach. Danach geht sie weiter, zum nächsten Zimmer.

Der Ferienbericht, Teil 4

Gastgeber und Gastsänger im Oberänzi

Für einmal am Samstag, statt am Freitag: Die heutige WB-Ausgabe mit der Berichterstattung über den vierten Teil der WB-Sommerserie „Wir machen Ferien“. Pascal Vogel schreibt von seinen Erlebnissen auf der Alp Oberänzi in Romoos. Zudem sind zwei Videos auf der WB-Homepage und nun auch auf diesem Blog zu sehen. In einem Video stellen sich die beiden Gastgeber Beat Bächi und Sergio Ghezzi vor. Im anderen testet Thomas Blümli seine Fähigkeiten als Betrufer. Ob seine Aktion zum Segen der Alp beigetragen hat?

Zu Besuch auf dem Oberänzi

Der „Bättruef“

Freitag, 2. August, 20.23 Uhr

Der Schlummerdrunk

Nach dem feinen Nachtessen gönnte ich mir auf der Terrasse ein Kafi Mänzbärg. Eine Spezialität des Landgasthofes. Ins dünne Kaffee gab Gastgeber Rolf Peter „aus dem goldigen Handgelenk“ ein Schuss Kirsch sowie ein Schuss Rum. Nach dem ich die ersten Schlücke getrunken hatte, gab er nochmals etwas Schnaps nach. Erst dann sei es ein richtiges Kafi Mänzbärg, erklärte er mir.

Es seien Internierte aus Frankreich gewesen, die diesen Mix gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfunden haben. Sie weilten in Menzberg und mischten die Schnäpse in der Not, weil ihnen die hiesigen Kräuter- und Träschmischung geschmachlich zu derb waren.

Eine gelungene Mischung, fein und süffig. Gute Nacht!

Freitag, 2. August, 17.32 Uhr

Der Rundgang

26 Hotelzimmer, ein Weinkeller, eine warme und eine kalte Küche, mehrere Kühlzellen: Gastgeber Rolf Peter nahm mich mit auf einen Rundgang durch den Landgasthof Hotel Menzberg. Er öffnete Türen, die sonst für Gäste verschlossen bleiben. So konnte ich unter anderem einen Blick in die Waschküche, den Vorratsraum oder den Heizungskeller werfen.